Jugend für Dora e.V.

 

 

Lesungen

"Überlegungen im Warteraum zum Gas - Aus den Erinnerungen eines Muselmannes" von Adolf Gawalewicz

Am 11. Juni 1999 stellte der Übersetzer und deutsche Mitherausgeber Dr. Friedrich Leidinger auf Einladung der Vereine "Jugend für Dora e.V." und "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V." sowie der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora den Erinnerungsbericht des polnischen KZ-Häftlings Adolf Gawalewicz in Nordhausen vor. Anstoß zu diesem Kontakt zwischen "Jugend für Dora" und Herrn Dr. Leidinger war das Workcamp im Sommer 1998 in Ellrich. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wurden die Passagen, die das ehemalige KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte betreffen, gelesen.

Zum Buch:

Überlegungen im Warteraum zum Gas - Ein Buch, das die Überlebensgeschichte des polnischen KZ-Häftlings Adolf Gawalewicz enthält. Auschwitz, Buchenwald, Ellrich und Bergen-Belsen sind die Konzentrationslager, die er in seinem Erinnerungsbericht mit dem analytischen Verstand des geschulten Juristen beschreibt. Gawalewicz Auftritt vor dem Frankfurter Landgericht als Zeuge im "großen Auschwitzprozeß" von 1963 verhalf wesentlich dazu, das systematische Morden in Auschwitz zu beweisen und die Bemühungen der Täter und ihrer Verteidiger, aber auch einer bequemen Öffentlichkeit zu durchkreuzen, wonach die NS-Greuel als Exzesstaten Einzelner anzusehen seien.

"La Planet Dora" von Yves Béon

Am 8. Mai 1999 fand anlässlich des 54. Jahrestages der Befreiung Deutschlands vom Faschismus eine Lesung im Besucherteil der Stollenanlage der KZ-Gedenktstätte Mittelbau-Dora aus dem Buch "La Planet Dora" von Yves Béon statt.

Zum Buch:

Das Ganze war von einem Stacheldrahtzaun umgeben, der etwa vier Meter hoch war und unter Strom stand; hier und da ragten Wachtürme empor. All das machte nicht viel her; genaugenommen war es nichtssagend. [...] Sogar das Tor war kaum höher, kaum mit mehr Stacheldraht gespickt als das Gatter eines einfachen Weidezauns. Trotzdem trennte dieses primitive Tor zwei Welten, zwei Gestirne. Draußen war der Planet Erde mit Menschen, die heirateten, arbeiteten, schliefen, aßen, tranken und schließlich starben. Drinnen war das KZ, das Konzentrationslager. Dort war alles anders, nichts ähnelte irdischen Verhältnissen. Ein einfacher Stacheldrahtzaun reichte aus, um dieses Gelände in einer anderen Galaxie anzusiedeln. (Auszug, S. 198)

"Die letzten Tage des KZ Mittelbau-Dora und die zeitgleiche Zerstörung Nordhausens"

lautete der Titel einer dokumentarischen Lesung des Vereins in Zusammenarbeit mit der Nordhäuser Kreisvolkshochschule am 9. Dezember 1998, der auf die Tage um den 3./4. April 1945 verweist. Was passierte im KZ Mittelbau, als die Stadt Nordhausen bombardiert wurde? Wohin führten die Todesmärsche der Dora-Häftlinge und welches Schicksal erwartete sie, als in Nordhausen bereits die ersten Aufräumarbeiten anliefen und von den Amerikanern eine provisorische Stadtverwaltung eingesetzt worden war? Was spielte sich in den unterirdischen Produktionsanlagen im Kohnstein ab, nachdem die Häftlinge das Lager verlassen hatten?

"Zwischen Himmel und Hölle"

Lesung des Vereins im Rahmen einer Fahrt vom 4. bis 6. September 1998 nach Peenemünde. Im Anschluss an die Lesung fanden Gespräche mit den Zeitzeugen Dr. Gottfried Elzenga und Albert van Dijk statt. Dr. Gottfried Elzenga, aus den Niederlanden, war Häftling des KZ Peenemünde und des KZ Mittelbau-Dora. Er erlebte die Bombardierung in Peenemünde mit. Albert van Dijk, ebenfalls Niederländer, war in den Konzentrationslagern Buchenwald, Mittelbau-Dora und in mehreren Außenlagern von Mittelbau-Dora inhaftiert.


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