Jugend für Dora e.V.

 

 

Unterwegs zu Orten - Zurück mit Fragen

Reisen, wie wir sie lieben - brauchen - suchen

Durch die Begegnungen mit Zeitzeugen und Jugendlichen aus anderen Ländern entwickeln wir die Ideen zu verschiedenen Reisen, die stets mit bestimmten Erwartungen und Fragen angegangen werden. Reisen, die geprägt sind von großer Intensität weniger Tage und erfüllt sind von brennenden Diskussionen und forschender, ergründender Energie. Ihre Organisation steht auf verschiedenen Füßen. Manchmal ist das Programm vor Ort von uns gewünscht und ausgesucht, mit Museen oder Gedenkstätten abgesprochen. Manchmal haben wir etwas geboten, wie z.B. eine Lesung im Museum Peenemünde 1999. Ein einschneidendes Ereignis, denn es war unsere erste öffentliche Diskussion mit einem nur an Technik interessiertem Publikum.

Ein anderes Mal führen uns Spontanität und wie immer Wissensdurst zu Orten, wie das Haus der Wannseekonferenz oder die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin. Doch fast immer geben enge persönliche Kontakte einen wesentlichen Anstoß für diese Reisen.

Ganz am Anfang stand 1998 unsere erste Reise nach Amsterdam in die Anne-Frank-Stiftung. Darauf folgten Besuche unterschiedlicher Orte, wie Theresienstadt, Prag, Nordfrankreich, Paris und Auschwitz, die von einer Masse historischer Fakten und persönlichen Gesprächen zugleich geprägt waren. Neben diesen stehen Ausflüge fast familiären Charakters, wie die Reise nach Breendonk und Antwerpen in Belgien, wo uns die belgischen Überlebenden Albert van Hoey und Leopold Classens mit unglaublicher Gastfreundschaft empfingen und uns zu Orten ihrer Deportation führten.

Neugier führte uns 2001 ein zweites Mal nach Peenemünde, an einen Ort zum Reiben und an dessen Fragen und Präsentationen wir uns weiterentwickelten. Drei Jahre nach unserer konfrontierenden Lesung zeigte sich nun ein Museum, das keine Gedenkstätte ist, mit einem ganz neuen Gesicht.

Ein Besuch in Heidelberg 1999 im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gab uns über den Ausstellungsbesuch hinaus einen Einblick in die Kultur, Situation und Arbeit dieser Minderheit in den letzten Jahrzehnten und der Gegenwart.

Eine ähnliche Mischung aus Gedenkorten, Besuchen bei Gedenkinitiativen und der Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Schwerin prägte eine Fahrt in den Norden nach Mecklenburg 2003.

In verschiedene Himmelsrichtungen zogen uns wiederholte Diskussionen zum Widerstand in den ehemals von Deutschland besetzten Ländern im Herbst 2003 zurück nach Frankreich in die Vercors/Grenoble und ins Midi. Das Programm stand im ersten Teil im Zeichen des französischen Widerstands und im zweiten Teil eher im Lichte von Menschen, die aus diesen Gründen versuchten via Frankreich das besetzte Europa zu verlassen und in Lagern im Süden, an der spanischen Grenze oder in spanischen Lagern endeten. Jedes Stadium unserer Reise war von Zeitzeugen begleitet, wurde dreidimensional, hinterfragbar und spannend. Dank freundschaftlicher Nähe zu Personen wie Philippe Reyx ermöglichten uns diese Tage auch neue Formen der Auseinandersetzung kennen zu lernen, z.B. die Friedensschule in Grenoble.

Kleine Reisegruppen, Intensität und Komplexität, die aus allen Poren dringt, prägen stets die Reiseatmosphäre. Zeitzeugen, historische Orte und Gegenwart lassen sich nicht voneinander trennen, zeigen die Schwierigkeit der Auseinandersetzung und werfen Fragen für die Zukunft für uns auf, die wir mitnehmen und die uns im weiteren begleiten....


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